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Premiere beim Ebneter KulturSommer: Mit zwei Lesungen und einem Vortrag am Dienstag, den 9.6., genossen Gehörlose und Hörende gemeinsam barrierefreie Veranstaltungen in der Ebneter Kulturscheune.

Die Autorin Jenny Blok las um 10:00 und 14:00 Uhr aus ihren Büchern »Die Nixies retten die Flamingobucht« und »Die magische Muschel – Der verschwundene Herr Tilly« hörenden und gehörlosen Kindern vor. Mit ihren spannenden Geschichten, die die Kinder gemeinsam zum Raten und Helfen animierten, hatte alle jungen Besucherinnen und Besucher jede Menge Spaß.

Vor Beginn des abendlichen Vortrags sprach Ina Krüger-Kumlehn, Direktorin des BBZ in Stegen, einleitende Worte. Sie sei begeistert, dass der Ebneter KulturSommer diese barrierefreien Veranstaltungen anbieten würde. Danach berichtete Stefan Goldschmidt, der als taubes Kind in einer hörenden Familie aufwuchs, von den Herausforderungen und Unwegsamkeiten, aber auch Chancen und Erfolgen, als Gehörloser in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die nicht auf taube Menschen ausgerichtet ist. Als studierter Soziologe und ausgebildeter Gebärdensprachler legte Goldschmidt dem Publikum dar, wie sich die Gebärdensprache ihren gesellschaft akzeptierten Platz erkämpfen muss, bis Deutschland sie erst 2002 (!) rechtlich als eigenständige Sprache anerkennt.
Die drei Veranstaltungen wurden von Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Die vielen positiven Reaktionen des Publikums bestärken den Ebneter KulturSommer, Veranstaltungen für gehörlose Kinder und Erwachsene zukünftig im Programm aufzunehmen. »Diesen Weg wollen wir weitergehen. Denn wir sind nicht nur begeistert, sondern auch fest davon überzeugt, das Inklusion nur so funktionieren und Hemmnisse und Barrieren überwunden werden. Weg mit Ausgrenzen!«, so Walter Hätti, Vorsitzender des Ebneter KulturSommer e.V. Der Ebneter KulturSommer ist bislang das einzige Festival in Freiburg, das solche Veranstaltungen anbietet.

Fotos: © Oliver Lucht